Fachgruppe Europa

Fachgruppe Europa

Im Rahmen der INQA-Netzwerke ist die bundesweite Fachgruppe Europa ein unterstützendes Instrument bei der Umsetzung von Handlungsbedarf, der sich aus der Anwendung von Instrumenten der Offensive Mittelstand ergibt.

Die Fachgruppe Europa ist eine fachkompetente Anlaufstelle für Lernen und Fachkräftesicherung im europäischen Wirtschaftsraum. Sie leistet einerseits durch die Steigerung von Motivation, Fachkenntnissen, Leistungsbereitschaft und Zufriedenheit der Beschäftigten einen Beitrag zum unternehmerischen Erfolg. Sie erschließt andererseits neue Möglichkeiten der Sicherung, Bindung und Entwicklung von Fachkräften. Die Aktivitäten sollen Verständnis für andere Kulturen und Wertevorstellungen entwickeln und einen Beitrag für die Etablierung einer betrieblichen Willkommenskultur leisten.

Besonders das Thema “Praktikum im Ausland” soll als Merkmal für Arbeitgeberattraktivität deutlich in den Fokus von Personalentwicklung rücken. Die Zielgruppe sind Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) in Deutschland. Ein Beirat bündelt die Ergebnisse der Fachgruppen-Treffen und bereitet die Schwerpunkte der Aktivität mit dem Ziel der Sicherung der zukünftig benötigten Fachkräfte durch europäischen Austausch/Mobilität.

Dies geschieht, indem

  • Fachkräfte deutscher Unternehmen durch Auslandspraktikum/-erfahrungen weiterentwickelt werden
    (Azubis, Fachkräfte, Unternehmer/innen),
  • Fachkräfte aus dem Ausland gewonnen werden für betriebliche Praktika mit nachfolgendem Jobangebot oder eine komplette Ausbildung in deutschen KMU,
  • in einer langfristigen Entwicklungsoption der INQA-Personalcheck um das Thema Europa erweitert wird und

NEU: Weltweite Mobilität in der Berufsausbildung

Mit dem neuen Förderprojekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung „Ausbildung Weltweit“ haben Auszubildende aller Berufe die Chance, ab Januar 2018 Teile ihrer Ausbildung auf anderen Kontinenten zu absolvieren. Diese Praktika sind in Partnerunternehmen möglich oder auch in anderen berufsbezogenen Unternehmen.

Unternehmen werden darin unterstützt, ihre zukünftigen Fach- und Führungskräfte und Ausbilder auf den globalen Markt vorzubereiten. Die "Ausbildung Weltweit" ist Bestandteil der Ausbildung und wird mit Übernahme der Kosten für die Reise und den Aufenthalt gefördert.

Wie kommt man zu den Fördermitteln, welche Länder sind möglich, wie lange ist die Dauer des Aufenthaltes, wie ist die Höhe der Förderung, welche Teilnehmer-Voraussetzungen sind gefordert, wie läuft die Organisation ab u.a.?

Details können Interessierte über die Fachgruppe erhalten. Ihre Ansprechpartnerin in allen Fragen der Auslandsmobilität ist Petra Laabs.

Termine Fachgruppenreisen

Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten unseres Projektpartners Europäischer Bildungsverbund e.V.. Dort können Sie auch die neuesten Termine erfahren.

Berichte über Fachgruppenreisen
Malta Oktober 2016

Nach Flug und dem ersten Get-Together in Malta am 11. Oktober fand am 12.10. ein erstes Meeting mit der Partnerorganisation Easy Job Bridge statt. Eine Mitarbeiterin aus Estland, die nun schon seit 16 Jahren auf Malta lebt, führte anschließend Stadtrundgang, der sehr beeindruckend zeigte, wie Malta „tickt”.

Malta

Nachmittags stand ein Besuch in Paola in der Berufsfachschule MCAST „College of Arts, Science and Technology“ an, eine von 3 großen Berufsschulen auf Malta mit einem weiteren Campus auf Gozo. Pro Jahr werden dort 185 Vollzeit- und über 300 Teilzeitkurse durchgeführt. Die Schule gliedert sich auf in 3 verschiedene Stufen, die Grundstufe besuchen Schüler/innen mit einem Grundniveau der Level 1-3, die technische Schule bietet Level-4-Kurse an und zum Studieren gibt es die Universitätskurse.

Am 13.10.2016 war „MaltaEnterprise“ auf dem Programm, eine Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Ausländische Unternehmen, die Fuß in Malta fassen möchten, erhalten hier Unterstützung. Ein anschließender Besuch in einer Immobilienfirma zeigte den praktischen Einsatz ausländischer junger Auszubildender

Beeindruckend war es zu erfahren und erleben, dass Malta seit Eintritt in die EU in 2004 sehr viel investiert hat, um das Land „nach vorn zu bringen”. Die Arbeitslosenquote liegt bei nahezu 0%, d.h. nahezu jeder Malteser bekommt auch eine Arbeit. Ganz hervorragend wurde die Möglichkeit aufgenommen, dass junge Menschen eine gewisse Zeit in Malta zu verbringen können. Man kann beispielsweise mit einem Englischkurs beginnen und anschließend ein Praktikum von bis zu 3 Monaten absolvieren. Durchgängig wird man von Mitarbeitern von Easy Job Bridge begleitet. So verbessert man nicht nur seine Englischkenntnisse; die Stärkung des Selbstbewusstseins steht ganz oben bei einem solchen Austausch.

Finnland Oktober 2015

FGE Reise Finnland (5)Am 20.10.2015 startete eine Gruppe von 9 Ausbildern, Berufschullehrern und Führungskräften unter Führung von IZAG-Geschäftsführer Ralph Angerstein zur Fachgruppenreise nach Helsinki. Der Tag schloss ab mit einem ersten kulturellen Rahmenprogramm.

Das Reiseprogramm begann am 21.10.2015 mit dem Besuch des Ausbildungsverbundes „Lounais-Suomen ammattiopisto“ im 150 km von Helsinki entfernten Loimaa. Dort erhielt die Gruppe Einblicke in Studienrichtungen und Unterrichtsverfahren der Schule sowie in das finnische Schulsystem. Die Lehrerinnen Suvi Mikkilä und Aino Souminen beantworteten Fragen der Gruppe sogar in deutscher Sprache. Schulleiter Jouko Tevasaari und Ausbildungsleiter Antti Virtanen erklärten das Bildungssystems Finnlands, die Verteilung der Schulgelder und des Punktesystems in Bildungseinrichtungen.

FGE Reise Finnland (6)Der Besuch in Loimaa schloss am Nachmittag mit einer Führung durch das Unternehmen Vallox Oy durch den Leiter Export, Asko Korpela, mit einem intensiven Einblicke in den praktischen Teil der Aus- und Weiterbildung ab.

Am 22.10.2015 war die Reisegruppe zu Gast im Ausbildungszentrum in Omnia, ca 30 km von Helsinki entfernt. Auch hier war der Empfang herzlich und die Besucher durften am Unterricht einer Ausbildungsklasse teilnehmen. Die Ausstattung des Zentrums und die Höflichkeit der Auszubildenden waren sehr beeindruckend. Frau Maarit Saarenkylä, Internationale Projektkoordinatorin des Ausbildungszentrums, sprach über das Projekt ECVET in Finnland, das auch Langzeitarbeitslosen neue berufliche Perspektiven bietet.

Das Mittagessen nahmen die Gruppe im zentrumseigenen Restaurant “Henricus” ein, das ausschließlich von Auszubildenden besetzt ist. Hier wirkten die Anleiter lediglich helfend mit. Sowohl Essen, wie auch Service und Ambiente waren ausgezeichnet.

FGE Reise Finnland (2)Am Nachmittag besuchte die Reisegruppe den Baubereich Holz des Zentrums. Ausbilder Markku Narien erklärte, wie finnische Holzhäuser gebaut werden und lud die Gruppe zu einem spontanen Besuch einer Ausbildungsbaustelle ein. Auf dieser Ausbildungsbaustelle bauen die Auszubildenden unter realen Bedingungen Wohnhäuser, die nach Fertigstellung verkauft werden. Der Erlös der Häuser kommt dem Ausbildungszentrum und damit direkt der Ausbildung zugute.

Ein Überblick über die zukünftigen internationalen Aktivitäten der Schule und ein Abschlussgespräch mit den Beteiligten rundeten den Besuch in diesem beeindruckenden Ausbildungszentrum ab.

23.10.2015: am Rückreisetag gab es Gelegenheit für eine geführte Stadtrundfahrt, mit der das kulturelle Rahmenprogramm abgeschlossen wurde. Alles in allem bleibende Eindrücke über die Art der Berufsausbildung und das Finanzierungssystem der Ausbildungszentren, die Vorbildcharakter haben. Das Fazit der Reisegruppe umfasste auch Gedanken zu einem institutionellen Austausch mit Ausbildungseinrichtungen in Sachsen-Anhalt.

Kommentare sind geschlossen.